1. September 2009
Der Reigen
Die Welt dreht sich um nichts. Nichts, ein Loch, leer mit nichts drin und darum dreht sich die Welt, drehen sich Kleidungsstücke und Menschen und Fernseher, Häuser, Bikinis, Kondome, Bibeln, Kirchenbänke, Autos, Jobs und Pläne, drehen sich und hören nicht auf damit und verschleissen sich dabei und immer neue kommen dazu, von irgendwo aus dem Nichts hergeflattert schleusen sie sich ein in diesen Reigen ums nichts, Unterhosen und Vaginen, Brüste, Augen, Lächeln und Schimpfworte, Strände, Inseln, Konservendosen, Witze und Orgien, Träume und Phantasien und Schmerzen, das geht so dann immer weiter, alle kommen sie her, ins Leben, das sogenannte, und drehen sich da, drehen sich ums Nichts, verschleissen sich und verstauben irgendwann, verpuffen ins Nichts zurück, wo sie herkamen, und das hört nie auf, das Leben scheint es keines Wegs anzuscheissen, sich da ums Nichts zu drehen, es hat auch gar keine Meinung, dieses Leben, das Leben ist rotieren, mehr nicht, ein kreisender Sog um ein leeres Loch ohne nichts, eine reine endlose perpetische Bewegung, in die sich die Dinge stürzen und in der sie sich herumschleudern lassen, Mädchen, Buben, Frauen, Schwänze, Fettwanste, Perversitäten, Kriegskrüppel und Ehrenmedaillen, Geldscheine, Vibratoren, Fernsehprogramme, Bettdecken, Lügen und Grabsteine, Firmen, Bonzen, Diktatoren, Politiker und Hässlichkeiten, schöne Mädchenpos und Ausschnitte, Erektionen, Videokameras, Socken, Deosprays und Zigaretten, Gerüche, Gestänke, Essen und Zärtlichkeiten, Liebkosungen und Betrügereien, Aussichtslosigkeiten, Chorgesänge und Lügen. Alles. Alles schletzt um dieses Nichts herum, in der ständigen Angst, da rein zu fallen, dabei ist keiner je reingefallen, ins Nichts, geht ja gar nicht, da reinzufallen, zum Reinfallen braucht es etwas, wo man reinfallen kann, in nichts kann man nicht reinfallen, man kann nur verrauchen, zerstäuben, verpuffen, irgendwann, über kurz oder lang, so ist es, das Leben, das wars dann.