4. Januar 2010

Gedicht über das Leben Nr. 2

Worüber denken, warum Geschenke schenken, wie kapieren, dass alle krepieren, wenn keiner weiss, wies weiter geht. Der Scheiss. Worher soll einer wissen, dass seine weichen Kissen, eines Tages seinen toten Körper betten - ja, auf ihn drücken, ihn ersticken, nicht retten, sondern ihm die Luft verwehren; wie soll einer glauben, dass alle Tauben, fliegen, und weiss sind, wo doch überall nur Kugeln fliegen, schwarze, schwere, und alles umkriegen, das da noch lebt, oder so tut; wogegen soll man kämpfen, wo doch kein Grund zur Hoffnung bleibt, dass all die Kämpfe und Krämpfe zu was führen, statt nur Blinde zu verführen; wir Blinde! Weswegen, wofür denn sollen wir sehen, wo doch jeder klare Blick nur zeigt, dass es ein Fehler war, noch hier zu sein. Ein grosser Fehler; doch weshalb ihn nicht begehen, weshalb nicht versuchen, trotzdem gerade zu stehen, wieso nicht leben, ohne Sinn und Zweck und Streben, wo uns doch nichts anderes übrig bleibt.